"Japan und Deutschland - so fern, so nah" - unter diesem Thema veranstaltete die Universitätsbibliothek Bielefeld am 9. Juni 2011 im Rahmen der Japan-Wochen an deutschen Hochschulen eine Lesung mit Werken japanischer und deutschsprachiger Schriftsteller, die aus unterschiedlichen Perspektiven einen Blick auf die jeweils andere Kultur warfen. Als Vortragende konnte die Bielefelder Pädagogin Regina Berges gewonnen werden, die sich vor allem mit theaterpädagogischen Projekten, aber auch mit Lesungen in der Region OWL einen Namen gemacht hat.
Trotz des sehr speziellen Themas war das Interesse an dem Japanischen Leseabend erfreulich groß. Schnell füllte sich der eigens für diese Lesung eingerichtete Vortragsbereich im Informationszentrum der Bibliothek bis auf den letzten Platz. In einer kurzen Einleitung skizzierte Herr Dr. Höppner das Thema des Leseabends, nämlich den Versuch, mit ausgewählten Textpassagen deutschsprachiger und japanischer Schriftsteller unterschiedlichen Blicken auf Japan und Deutschland aus der jeweils anderen Perspektive heraus nachzuspüren und so die Nähe und Distanz, die Ähnlichkeiten und die Unterschiede zwischen beiden Ländern und Kulturen aufzuzeigen.
Regina Berges las Texte von Bernhard Kellermann, John von Düffel, Adolf Muschg, Haruki Murakami und Yoko Tawada. Sie tat dies mit einer solchen Präsenz, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können! Das Publikum folgte ihr wie gefesselt. In der Pause gab es die Gelegenheit, sich an fünf "Autorentafeln" über die Lebensdaten der Autoren und über einige ihrer bekannten Werke zu informieren, in deren Büchern und vor allem in den Texten des Leseabends zu schmökern und in einer spannenden Bücher- und Medienausstellung "japanische Schätze" in der Universitätsbibliothek Bielefeld zu entdecken. An einer Getränkebar wurde für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Es herrschte eine wunderbare Stimmung, die geprägt war von Hören, Sehen, Fühlen und miteinander ins Gespräch kommen und die selbst nach dem letzten gelesenen Text noch viele Besucherinnen und Besucher zum Verweilen bewog.