Es gibt unzählige Suchdienste - hier stellen wir Ihnen die nützlichsten vor und sagen Ihnen, wo Sie weitere finden.
Jeder Suchdienst hat Stärken und Schwächen und jeder ist für eine bestimmte Frage besonders gut geeignet. Näher wird Ihnen das auf der Seite Wie finde ich die passende Suchmaschine erläutert. Hier konzentrieren wir uns auf die jeweils besten und bekanntesten Suchdienste.
Suchmaschinen eignen sich besonders gut, wenn Sie Fakten oder aktuellere Informationen suchen. Google ist trotz einiger kleinerer Schwächen die klare Nr. 1 bei den Suchmaschinen. Laut eigener Aussage "kennt" Google seit Juli 2008 über 1 Billion (!) Internet-Adressen (Quelle: Google Blog). Nicht jede davon gelangt jedoch in den Index, denn es gibt unzählige Seiten ohne Inhalt oder inhaltlich identische Seiten, die von Google von vornherein ausgefiltert werden. Die tatsächliche Indexgröße liegt daher schätzungsweise bei 30-100 Milliarden Internetseiten (was immer noch unglaublich viel ist). Bei der Aktualität - teilweise sind Änderungen auf Webseiten, insbesondere von Weblogs und Foren, schon nach wenigen Minuten im Index - und den vielen weiteren Suchfunktionen und Diensten kann keine andere Suchmaschine mithalten.
Der Suchmaschinen-Marktanteil von Google in Deutschland liegt bei fast 90% (Quelle: Webhits). Wer eine Alternative zum Quasi-Monopolisten Google sucht, ist bei Microsofts neuer Suchmaschine Bing oder bei Yahoo am besten aufgehoben. Auch diese Suchmaschinen sind umfassend, bieten viele Suchfunktionen und Dienste und finden manchmal mehr oder präzisere Treffer als Google. Insbesondere Microsofts neue Suchmaschine Bing kann bei einigen Suchanfragen überzeugen und konnte sich - obwohl noch im Beta-Status - bereits kurz nach der offiziellen Freigabe auf Platz 2 hinter Google und noch vor Yahoo etablieren. Erstmals überhaupt ging dadurch der Marktanteil von Google um einige Prozentpunkte zurück.
Relativ bekannt ist auch die Suchmaschine Ask.com. Die Suchmaschine ist jedoch nicht zu empfehlen, da es sehr viel Werbung in der Trefferliste gibt, der Index deutlich kleiner ist und auch nur selten aktualisiert wird.
Neben Google, Bing, Yahoo und Ask.com gibt es noch Hunderte weiterer allgemeiner Suchmaschinen, diese benutzen jedoch praktisch immer den Index einer der hier genannten Dienste und spielen deshalb im Grunde genommen keine Rolle.
Spezialsuchmaschinen eigenen sich besonders gut, wenn Sie nur einen bestimmten Bereich im Internet durchsuchen wollen, z.B. nur wissenschaftliche Internetseiten. Genau darauf haben sich die Suchdienste Google Scholar und unsere eigene Suchmaschine BASE spezialisiert. In Google Scholar finden Sie alle Arten von wissenschaftlichen Texten, sogar Bestände aus Bibliotheken. Wenn Sie in Google Scholar ein Buch oder einen Aufsatz finden, der in der Universitätsbibliothek Bielefeld vorhanden ist, erhalten Sie einen Hinweis (z.B. SFX@UB Bielefeld), über den Sie feststellen können, unter welcher Signatur das Buch in unserem Bestand zu finden ist. Unsere eigene wissenschaftliche Suchmaschine BASE ermöglicht speziell die Suche in qualitätsgeprüften Quellen, die wissenschaftliche Dokumente in der Regel frei verfügbar anbieten.
Weitere interessante Spezialsuchmaschinen sind Paperball und Google News, jeweils für die Suche nach aktuellen Meldungen aus Tages- und Wochenzeitungen.
Die Wayback Machine ermöglicht es, alte Versionen einer Internetseite wieder aufzufinden. Dies ist besonders nützlich, falls die Inhalte der Internetseite inzwischen gelöscht wurden oder kostenpflichtig sind. Allerdings muss Ihnen die Adresse (URL) der Internetseite bekannt sein, von der Sie eine alte Version suchen.
Einen interessanten Ansatz verfolgt Wolfram Alpha, die "computational knowledge engine". Bei jeder Suchanfrage (die in englisch gestellt werden sollte) werden anstelle einer Trefferliste direkt passende Formeln oder Statistiken, die aus verschiedenen Quellen stammen, übersichtlich auf einer Seite grafisch ausgegeben.
Linksammlungen (Internetverzeichnisse) eignen sich besonders dann, wenn Sie sich einen Überblick auf ein Thema verschaffen möchten oder wenn Sie bewertete Informationen zu einem Thema suchen.
Das mit Abstand größte Internetverzeichnis ist das Open Directory Project (ODP). Allerdings hat das Verzeichnis einige Schwächen, z.B. erhält man bei der Suche manchmal nur Fehlermeldungen. Außerdem machen einige Kategorie einen ungepflegten Eindruck. Dafür verzichtet das ODP vollständig auf Werbung. Jeder kann sich beim ODP als Redakteur anmelden und so beim Aufbau des Internetverzeichnisses mithelfen. Außerdem kann jeder die Inhalte aus dem ODP z.B. zum Aufbau eigener Linksammlungen nachnutzen. Viele andere Anbieter nutzen daher die Daten des ODP, u.a. das Google Directory. Allerdings wird hier zusätzlich das bewährte Google-Ranking verwendet, es sind weitere nützliche Google-Funktionen integriert und die Ladezeiten sind - anders als im ODP - durchweg niedrig. Manchmal wird allerdings Werbung eingeblendet und teilweise wird man bei einer Suche im Google Directory unvermittelt zur normalen Google-Suchmaschine geführt.
Auch einige Bibliotheken bieten kleine Internetverzeichnisse, speziell für wissenschaftliche Webseiten an. Ein Beispiel hierfür sind z.B. unsere Linksammlungen im Bereich Fachinformation.
Eine besondere Form von Internetverzeichnissen sind so genannte "Social Bookmarking"-Dienste wie z.B. Delicious oder Mister Wong. Hier kann jeder Nutzer Lesezeichen auf Internetseiten ablegen, diese mit Tags (Schlagwörtern) versehen und auch kommentieren. Auf diese Weise entsteht eine riesige und hochaktuelle Linksammlung, die allerdings durch kein Redaktionsteam gepflegt oder kontrolliert wird. Auch alle Links aus unserem Suchmaschinen-Tutorial haben wir z.B. bei Delicious abgelegt (den Link finden Sie rechts oben).
Metasuchmaschinen ermöglichen die gleichzeitige Suche in vielen verschiedenen Suchdiensten. Sie sind also die beste Wahl, wenn Sie möglichst viel auf einmal finden wollen. Dafür müssen Sie aber oft Einschränkungen bei Suchfunktionen und auch bei der Trefferqualität hinnehmen.
Die Metasuchmaschine Clusty geht dabei einen besonderen Weg. Die gefundenen Dokumente werden nicht - wie sonst üblich - in einer langen unsortierten Trefferliste angezeigt, sondern automatisch nach Themengebieten sortiert (das nennt sich dann "Document Clustering", daher auch der Name der Suchmaschine). Damit können Sie leichter Informationen zu dem Thema finden, das Sie interessiert. Leider werden Google und Yahoo nicht durchsucht.
Die Metasuchmaschine search.com bietet zahlreichen verschiedene "kleine Metasuchen" an, z.B. auch nach Bildern, Videos oder Musik. Hier werden dann jeweils verschiedene Spezialsuchmaschinen gleichzeitig durchsucht. Der Metacrawler durchsucht als einzige Metasuchmaschine die großen Suchmaschinen Google, Yahoo, Bing und Ask. Dieser Vorteil wird leider geschmälert, da Metacrawler auch Werbetreffer in die Trefferliste mit einbaut, die nur unzureichend gekennzeichnet sind. Als eine der wenigen Suchdienste überhaupt speichert Ixquick nach eigenen Aussagen nicht die die IP-Adresse oder sonstige Daten der Nutzer.
Speziell für deutschsprachige Dokumente geeignet ist Metager, ein Dienst des RRZN Hannover, und dessen Weiterentwicklung Metager2. Auch hier wird der Datenschutz groß geschrieben und auf eine Speicherung von Nutzerdaten verzichtet.
Als Alternative zu Suchdiensten empfiehlt sich insbesondere bei der Suche nach Fakten, z.B. den Lebensdaten einer Person, der direkte Blick in ein Nachschlagewerk. Das bekanntest und umfangreichste Nachschlagewerk weltweit ist die Wikipedia. Hier findet man zu vielen Begriffen oft hilfreiche Informationen. Nützliche Artikel zeichnen sich dadurch aus, dass es am Ende eine Liste mit weiteren Quellen und Internetseiten zu diesem Thema gibt. Besonders gute Artikel sind zudem als "Exzellent", überdurchschnittlich gute Artikel als "Lesenswert" gekennzeichnet. Die Artikel können in aller Regel von jedem Nutzer bearbeitet werden. Zu jedem Artikel gibt es eine Diskussionsseite, in der auf Fehler, Unstimmigkeiten oder zusätzliche Informationen hingewiesen wird, und eine Versionsgeschichte, anhand derer sich alle Änderungen des Artikels rekonstruieren lassen. Da kein Nachschlagewerk der Welt völlig fehlerfrei ist, lohnt sich neben der Wikipedia auch ein Blick in die Encyclopedia Britannica, deren Artikel wie in der Wikipedia frei zugänglich sind und z.T. auch bearbeitet werden können.
Neben den hier genannten Suchdiensten gibt es noch unzählige weitere. Suchmaschinenverzeichnisse sammeln diese - insbesondere Spezialsuchmaschinen. Besonders umfangreich sind das Suchlexikon mit etwa 2.600 deutschsprachigen und länderspezifischen Suchdiensten und Klug Suchen, dass etwa 1.600 vorwiegend deutschsprachige Suchdienste verzeichnet hat. Für den englischsprachigen Bereich ist die Rubrik Searching aus dem Google Directory mit gut 1.700 Einträgen empfehlenswert. Wenn Sie Links zu Suchdiensten mit Buch- und Bibliotheksbezug (Antiquariate, Buchhandel, Diskographien, Verlage usw.) suchen, werden Sie im hbz Werkzeugkasten des Hochschulbibliothekszentrums von Nordrhein-Westfalen (HBZ NRW) fündig.
Sie können nun einige Übungen zum Nachvollziehen des gelernten durchführen. Auf der Seite finden Sie Suchbeispiele aus unserer Schulung zum Thema Suchen im Internet.