Universitätsbibliothek

FAQ Bibliometrie

Die Bibliometrie beschäftigt sich mit der quantitativen Untersuchung formaler Merkmale von Publikationen. Beispiele für solche Merkmale sind der Erscheinungsort, das Erscheinungsjahr, die fachliche Verortung der Publikation, die Attribute deren Verfasserinnen und Verfasser sowie Eigenschaften der wissenschaftlichen Institutionen, an denen die Publikation entstanden ist. Daneben interessiert sich die Bibliometrie aber auch für die Beziehungen zwischen Publikationen, den Zitationen sowie Beziehungen, die zwischen Entitäten über Publikationen entstehen (Kooperationen). Bibliometrische Analysen basieren dabei auf Massendaten, die durch Zitationsdatenbanken wie beispielsweise dem Web of Science und Scopus bereitgestellt werden. Ursprünglich wurden diese Datenquellen geschaffen, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein Instrument zur Recherche nach Literatur an die Hand zu geben. Heute werden sie vor allem dazu genutzt, um Informationen über Einheiten in der Wissenschaft – wie Arbeitsgruppen, Journale, Forschungseinrichtungen, Fachgebiete oder das Wissenschaftssystem ganzer Länder – zu gewinnen und deren Forschungsleistungen miteinander zu vergleichen.
Das Angebot richtet sich primär an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in einem Beschäftigungsverhältnis mit der Universität Bielefeld stehen.
Generell können bibliometrische Analysen zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden. Dazu zählen neben der formalen Evaluation auch die begleitende Beobachtung der Forschungsperformance von Einheiten des Wissenschaftssystems und die Darstellung von Forschungsleistungen bei der Beantragung von Drittmittel. Da der Einsatz bibliometrischer Instrumente im Rahmen der erstgenannten beiden Kontexte nicht unproblematisch ist und nichtintendierte Folgen hervorrufen kann, zielt das Angebot auf die Unterstützung von WissenschaftlerInnen der Universität Bielefeld bei der Akquise von Drittmitteln. Ziel ist es, damit einen Beitrag zur Stärkung des Forschungsprofils an der Universität Bielefeld zu leisten.
Die bibliometrischen Dienstleistungen werden von Dr. Niels Taubert aus der Arbeitsgruppe Bibliometrie erbracht. Die Gruppe ist interdisziplinär zusammengesetzt – mit Kompetenzen aus Geistes-, Sozial-, Natur- und Technikwissenschaften – und beschäftigt sich mit der Entwicklung und Anwendung von Wissenschaftsindikatoren auf der Basis quantitativer, insbesondere bibliometrischer Verfahren. Zudem verfügt sie über vielfältige Erfahrungen bei der Weiterentwicklung und Verbesserung der Qualität bibliometrischer Datenbanken.
Die Universitätsbibliothek hat Zugriff auf die Ressourcen des Kompetenzzentrums Bibliometrie und verfügt damit über einen privilegierten Zugang zu den Rohdaten der beiden Zitationsdatenbanken Web of Science und Scopus. Dieser Datenzugang stellt eine außerordentlich wertvolle Ressource dar und bildet die Grundlage für die Dienstleistung, da sie gegenüber dem Web-Zugang gleich mehrere Vorteile bietet. Erstens können Abfragen direkt auf den Datenbanken ausgeführt werden, was die Erstellung der Datengrundlage für Dienstleistungen erheblich vereinfacht. Zweitens ist der Export von Treffern nicht limitiert und die Datenbank kann direkt mit statistischen Auswertungsprogrammen verknüpft werden. Drittens ist der Datenbestand im Fall des Web of Science umfassender und beinhaltet beispielsweise auch Conference Proceedings, die in einigen Fächern eine wichtige Rolle spielen. Eine weitere Ressource bildet das von der Bibliothek betriebene Repositorium PUB, in dem sich große Teile des Publikationsoutputs der Universität abbilden. Durch die Verknüpfung beider Datenquellen kann die Aussagekraft bibliometrischer Analyse gesteigert werden.
Im Unterschied zu anderen Dienstleistungen können die Voraussetzungen für bibliometrische Untersuchungen häufig nur in Zusammenarbeit mit dem oder der Ratsuchenden geschaffen werden. Daher ist deren Mitwirkung bei einzelnen Schritten wie der Überprüfung und Bereinigung der Datengrundlage notwendig.
Die Dienstleistung wird von der Universitätsbibliothek finanziert. Ihre Inanspruchnahme ist für wissenschaftliche Beschäftigte der Universität Bielefeld kostenlos.
Zunächst ist hervorzuheben, dass die Dienstleistung ein optionales Angebot darstellt, das von WissenschaftlerInnen keineswegs in Anspruch genommen werden muss. Zudem gilt, dass die Aussagekraft bibliometrischer Analysen in verschiedenen Fächern schwankt. Unter anderem hat dies seine Ursachen in einem verschieden großen Umfang an Abdeckung und in Verzerrungen in der Abbildung des Publikationsoutputs unterschiedlicher Wissenschaftsgebiete in Zitationsdatenbanken, einer stark variierenden Größe von Forschungsgebieten, die Einfluss auf die Zitationshäufigkeit haben und unterschiedlichen langen Zitationszeiträumen. Um der variierenden Aussagekraft bibliometrischer Instrumente Rechnung zu tragen, ist die Analyse immer an ein Gespräch gebunden, in dem die Aussagekraft mit dem oder der Beratenen besprochen wird. Dabei ist auch zu betonen, dass Wissenschaftsindikatoren nie Ersatz für ein qualitatives Expertenurteil darstellen, sondern dies immer nur ergänzen können.
Erstens werden bei der Durchführung bibliometrischer Analysen wo möglich die qualitätsgesicherten Zitationsdatenbanken des Kompetenzzentrums Bibliometrie genutzt (Web of Science und Scopus). Diese verfügen gegenüber der Web-Version über eine Vielzahl von Vorzügen. Neben praktischen Vorteilen ist hier vor allem die Bereinigung wesentlicher Informationen innerhalb der Datenbanken zu nennen. Dazu zählen zum Beispiel die Vereinheitlichung der Namen von Institutionen, die für die Identifikation und Zurechnung von Publikationen zu einer Forschungseinrichtung von Bedeutung ist.

Bei der Erbringung der Dienstleistungen legt die Universitätsbibliothek zweitens großen Wert auf die Angemessenheit der Verwendung bibliometrischer Instrumente. Daher bildet die Anpassung der bibliometrischen Analysen an den fachspezifischen Kontext ein wesentliches Merkmal des Service. Da bibliometrische Indikatoren immer interpretationsbedürftig sind, werden die Analysen in einem Beratungsgespräch vorgestellt und deren Aussagekraft gemeinsam mit dem/der Beratenen diskutiert.

Drittens engagiert sich die Universitätsbibliothek neben den hier dargestellten hausinternen Dienstleistungen auch in externen Dienstleistungsprojekten, insbesondere, aber nicht nur, im Rahmen des Kompetenzzentrums Bibliometrie. Mit Blick auf das Angebot für die Universität Bielefeld bilden diese Projekte eine wesentliche Voraussetzung, um zeitgemäße und qualitativ hochwertige Dienstleistungen anbieten und die vorhandenen Kompetenzen fortentwickeln zu können.
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